Wie geht es weiter nach der Schule? Soll ich studieren, oder doch lieber eine Lehrstelle antreten? Was gibt es für Ausbildungsmöglichkeiten in meiner Region? Antworten auf diese Fragen bietet die Börse, die in diesem Jahr zum 14. Mal stattfindet.
Inzwischen sei die Bernauer Ausbildungsbörse fast so etwas wie ein Selbstläufer geworden, freut sich der Organisator Uwe Bartsch, der für sein Engagement kürzlich vom Landkreis Barnim ausgezeichnet wurde. „Viele Betriebe fragen inzwischen von sich aus nach, wann unsere Ausbildungsbörse wieder ist“, sagt Uwe Bartsch. Vor allem die großen Firmen hätten die Zeichen der Zeit erkannt und würden sich sehr schnell anmelden. „Die erste Rückmeldung bekomme ich eigentlich immer von Siemens. Auch die anderen großen wie Bayer, MTU und BASF melden sich frühzeitig.“ Schwieriger sei es dagegen leider oftmals, Unternehmen vor Ort zu beteiligen.
Zur Ausbildungsbörse kommen Schüler aus dem gesamten Barnim, aber auch aus der weiteren Umgebung. „Die Besucherzahlen sind von 5000 inzwischen auf 2000 bis 3000 gesunken“, weiß Uwe Bartsch.
Verantwortlich dafür macht Ingolf Hansch, Leiter des Paulus-Praetorius-Gymnasiums, aber vor allem die geburtenschwachen Jahrgänge. „Wir sind derzeit in einem demographischen Tief“, erklärt er. „Früher haben wir die Ausbildungsbörse gemacht, damit die Schüler einen Ausbildungsplatz finden. Jetzt machen wir sie eher, damit die Ausbildungsbetriebe Lehrlinge finden“, macht er den Unterschied deutlich.
Schon heute ist es in einzelnen Berufsfeldern schwer, passende Azubis zu finden. „Die Ausbildungsbetriebe haben daher ihre Anforderungen ja sogar schon zurück geschraubt“, weiß auch Othmar Nickel, der als Leiter der Tobias-Seiler-Oberschule wie auch die Leiter aller weiterführenden Schulen in Bernau an der Planung der Börse beteiligt ist.
Gute Zeiten für Schüler. Wer gut in der Schule und engagiert ist, kann sich die Ausbildungsstelle fast aussuchen.
Doch damit lassen sich die Barnimer gerne Zeit. „In Rheinland-Pfalz und Bayern sind 75 Prozent der Lehrstellen bereits im April besetzt. Bei uns zur gleichen Zeit nur 25 Prozent“, weiß Uwe Bartsch.
Für alle Schulabgänger, die jetzt eine Lehrstelle suchen, ist am 15. April die Agentur für Arbeit mit der Aktion „Lehrstelle mobil“ vor Ort, die 180 Ausbildungsstellen in der Region anbietet.
Und nicht nur in den Handwerksberufen fehlt der Nachwuchs. Die Wirtschaft hat längst erkannt, dass es demnächst einen Mangel an Ingenieuren, aber auch an anderen Berufsgruppen wie Lehrern geben wird. Zahlreiche Universitäten wie die Technische und die Freie Universität Berlin und die Universität Potsdam werden sich den Interessierten Jugendlichen vorstellen. Aber auch die Fachhochschule der Polizei, die Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg und die Sportakademie Brandenburg sind dabei. „Wichtig ist für die Schüler zu wissen: Sie können hier in der Region bleiben, um die Berufe, die sie sich erträumen, zu erlernen. Das ist vielen gar nicht bewusst“, sagt Ingolf Hansch.
Neben den großen Betrieben sind auch zahlreiche Bildungseinrichtungen wie die Berufsfachschule für Wirtschaft in Bernau und der Internationale Bund vertreten sowie Gesundheitseinrichtungen wie das Helios-Klinikum Berlin-Buch, das Krankenhaus Bernau und die Altenpflegeschule Tanmed. Auch Unternehmen mit Berufsakademien stellen sich vor wie Daimler, Eon-Edis oder die Bayer Pharma AG. Der Bereich Verwaltung und Staatsdienst ist unter anderem vertreten mit der Bundeswehr, der Bundespolizei und der Freiwilligen Feuerwehr Bernau. Banken, Versicherungen und Verbände buhlen ebenso um die Gunst der Schulabgänger wie Unternehmen im Bereich Dienstleistungen, Handel und Handwerk.
Neben Vorträgen zu Themen wie „Moderne Auswahlverfahren für Ausbildungs- und Studienplätze“ gibt es auch Workshops zu den Themen Berufsorientierung und Bewerbung.
Eröffnet wird die Ausbildungsbörse diesmal mit einer Podiumsdiskussion mit verschiedenen Politikern.
Weitere Infos und die komplette Liste aller Aussteller sind im Internet zu finden unter www.bas-info.de.